Science Fiction Warfare

Ein paar Auszüge von einem Artikel auf www.telepolis.de:

Das nach Science Fiction klingende Vorhaben der US-Luftwaffe, anstatt Bomben oder Präzisionsraketen Roboterschwärme loszuschicken, die gezielt, effektiv und ohne erheblichen “Kollateralschaden” unterirdische Anlagen mitsamt den in ihnen befindlichen Menschen, Geräten und Waffen zerstören können. In dem Text für das 2003 bewilligte Vorhaben heißt es:

Neue militärische Bestrebungen haben die Schwierigkeit verdeutlicht, mit konventionellen Waffen tiefgelegene Ziele zu finden und zu zerstören, die abgeschlossen, bewacht, mobile oder sogar vergraben sind. Beispiele dafür sind verstärkte Bunker unter der Erde, Höhlen/Tunnel-Systeme und mobile SCUD-Abschussrampen. Mini-Roboter könnten solche Ziele finden, Daten sammeln, verfolgen und sogar zerstören, aber die Roboter müssen gut koordiniert sein und über Intelligenz verfügen, um kreative Lösungen für die Erreichung des Ziels zu finden. Es wird eine Systemarchitektur verteilter Roboter vorgeschlagen, mit dem es möglich wird, einen Schwarm unterschiedlicher Roboter in ein Suchgebiet abzuwerfen, um dort Aufklärungsmissionen bei tief gelegenen Zielen auszuführen.

Während Architecture Technology Corporation die Hardware solcher Roboter entwickeln soll, erhielt Imagination Engines den Auftrag, auf der Grundlage des “Creativity Machine Paradigm” eine Software für die “wirklich autonomen” Roboterschwärme zu entwickeln. Sie sollen mit den bereits vorhandenen “revolutionären” neuronalen Netzen und genetischen Algorithmen einzeln und gemeinsam lernen, neue Muster generieren, sich weiter entwickeln und ihre Umwelt je nach Ziel umformen können. Die militärische Anwendung ist für das Unternehmen nur eine von vielen.

Die weitgehend ausgereiften parallelen Algorithmen werden umgesetzt für Hardware-basierte Steuerungssysteme für miniaturisierte Angriffsroboter, die darauf spezialisiert sind, in tief unter der Erdoberfläche befindliche Einrichtungen einzudringen. Die für dieses Programm entwickelte Software kann auf kommerzielle und militärische Roboter sowie auf Spielzeuge angewendet werden. Der Spin-off würde zu großen Forschritten für sich selbst konfigurierende elektronische Apparaturen, medizinische Mikroroboter und autonome Steuerungssysteme führen, aber auch für die Echtzeit-Generation von physikalisch glaubwürdigen virtuellen Umgebungen, gleich ob für die Unterhaltungs- oder taktische Simulationen.

Die von Stephen Thaler entwickelte KI soll angeblich schon “menschenähnliche Leistungen” erzielen, wie er gegenüber Wired Online sagte, und fähig sein, einen Schwarm von Roboter zu steuern, um in Bunker einbrechen, diese erkunden und lahm legen und dabei, sich gegenseitig unterstützend, unvorgesehene Hindernisse wie Schächte, Leitungen, Türen etc. überwinden zu können. Seine Creativity Machine brütet angeblich neue Ideen aus und erkundet Handlungspläne vor der Ausführung. Stattet man Roboter mit neuen Fortbewegungsmitteln oder Sensoren aus, so würden diese schnell herausfinden, wie sie diese benutzen, ohne sie zuvor eigens programmieren zu müssen. “Tabula-rasa-Lernen” nennt Thaler dies.

Fully capable of autonomously learning from its own mistakes and successes, our revolutionary neural network paradigms allow complex robots to learn completely from scratch. In a matter of minutes, the equivalent of ‘cybernetic road kill’ can learn to walk, recover from various mishaps, or accomplish some broadly defined mission. While such creative robots are strictly experimental at this stage and under development for the Air Force Research Laboratory, we can tailor similar systems for commercial and private application.

In Simulationen sollen die virtuellen Schwarmroboter bereits Beeindruckendes leisten. Sie würden kooperieren, um Widerstände zu überwinden, oder sich zusammenschließen, um sich zu verteidigen. Einmal habe sich auch ein virtueller Roboter geopfert, um eine Wache abzulenken und so in ein Gebäude eindringen zu können. In wenigen Monaten wird das Pentagon das von Thaler entwickelte Programm CSMARRT (Creative, Self-Learning, Multi-Sensory, Adaptive, Reconfigurable, Robotics Toolbox) zur Verfügung haben, um es auf unterschiedlichen Robotern laufen zu lassen. Getestet wurde es bereits mit kleinen “Schaben”-Robotern.

Will mal lieber hoffen, dass dieser Thaler maßlos übertreibt, was die Leistung seiner Software betrifft… Obwohl ich doch gerne ein paar Exemplare von diesen Viechern hätte, wenn sie wirklich so gut sind…! :-) Mir würden da schon ein paar Einsatzmöglichkeiten einfallen.


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